Was bedeutet integrierte Versorgung?

Seit der Überarbeitung des Paragraphen 140 im Sozialgesetzbuch V durch das Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) zum 01.01.2004 können Krankenkassen heute Einzelverträge mit Leistungsanbietern oder Anbietergemeinschaften aus niedergelassenen Medizinern, Krankenhausärzten und Therapeuten abschließen. Ein echtes Novum – mit bereits deutlicher Wirkung. Weit über zweitausend Verträge zur Integrierten Versorgung wurden bis heute abgeschlossen. In ihrer Gesamtheit tragen sie dazu bei, die bislang starre Trennung von ambulanter, stationärer und rehabilitativer Medizin aufzuheben. Zudem ist derzeit ein Trend zu erkennen, dass nicht mehr - wie in den ersten Jahren seit Einführung der Integrierten Versorgung - hauptsächlich indikationsbezogene Verträge abgeschlossen werden, sondern die Behandlung relevanter Volkskrankheiten in den Mittelpunkt rückt.

Gemeinsam mit ausgewählten Vertragspartnern nutzt die inoges den dadurch entstandenen Spielraum nun konsequent in Richtung besserer Patientenorientierung. Im Fokus dabei: das Konzept „Integrierte Versorgung bei künstlichen Hüft- und Kniegelenken“. Eine Idee für mehr Effizienz durch bestmögliche Vernetzung aller notwendigen Schritte im individuellen Heilungsprozess. Das schafft nicht nur ein Mehr an Transparenz. Sondern vor allem auch ein deutliches Plus an medizinisch-therapeutischer Qualität.

Das Prinzip der Integrierten Versorgung geht dabei auf den vom Gesetzgeber definierten Grundgedanken zurück, dass die bisher konventionelle Gesundheitsversorgung wenig organisiert und in hohem Maß zersplittert ist. Vor allem die hohen Kosten der Versorgung sind darauf zurückzuführen, dass im alten System weder prozessorientiert gedacht noch geplant wird. Statt dessen gilt dort bis heute immer nur das Einzelsymptom als Basis einer Behandlung. Die Integrierte Versorgung jedoch richtet den Fokus vor allem auf die optimale Verzahnung des kompletten Versorgungsprozesses sowie die richtige Intervention zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen – nämlich effizientesten – Stelle. Dieses Prozedere bringt für die jeweiligen Kostenträger einen entscheidenden Vorteil: Sie profitieren unmittelbar von den im Gegensatz zur konventionellen Versorgung erwirtschafteten Anteilen.